Hitzewelle: Klimabedingten  
  Gesundheitsgefahren entgegenwirken 

Pressemitteilung vom 19.07.2022 - Johannes Wagner und Leon Eckert

Zur Hitzewelle erklären Johannes Wagner, Mitglied im Gesundheitsausschuss, und Leon Eckert, Mitglied im Ausschuss für Inneres und Heimat:

Deutschland ist von immer mehr Hitzewellen betroffen, sie dauern länger und werden intensiver. Dabei ist zuletzt immer deutlicher geworden: Die Klimakrise ist auch eine Gesundheitskrise.

Allein zwischen 2018 und 2020 gab es in Deutschland über 19.000 hitzebedingte Todesfälle und einen großen Anstieg von hitzebedingten Erkrankungen wie Herz-Kreislaufbeschwerden, Herzinfarkten oder Hitzeschlägen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. Aber unser Augenmerk gilt auch denjenigen, die sich nicht in klimatisierte Räume zurückziehen können: Menschen, die auf Baustellen arbeiten oder wohnungslos sind. Ähnlich wie bei Kälte im Winter brauchen wir auch im Sommer Strategien, um vulnerable Gruppen zu schützen.

Die Bundesregierung setzt hier an verschiedenen Stellen an: Bereits im März hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) das „Sofortprogramm Klimaanpassung“ vorgelegt. Es umfasst unter anderem eine Erweiterung des Beratungsangebots des „Zentrums KlimaAnpassung“ (ZKA). Künftig werden Kommunen dabei unterstützt, Hitzeaktionspläne zu entwickeln und umzusetzen. Damit wollen wir sicherstellen, dass solche Pläne flächendeckend vorliegen.

Ein weiterer Schritt ist die Umsetzung der „Deutschen Strategie zur Stärkung der Resilienz gegenüber Katastrophen“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK), die vergangene Woche vom Kabinett verabschiedet wurde. Die Strategie sieht vor, durch städteplanerische und bauliche Maßnahmen resiliente Strukturen in Städten und Gemeinden zu schaffen. Insbesondere müssen wir der extremen Versiegelung in unseren Städten und Gemeinden entgegenwirken. Durch Stadtbegrünung kann starker Regen besser aufgenommen werden und extremer Hitze in Innenstädten entgegengewirkt werden. So werden wir die negativen Auswirkungen von extremen Ereignissen wie Pandemien, Naturgefahren oder Hitze- und Dürreperioden begrenzen.

Für die aktuelle Hitzewelle müssen Schutzmaßnahmen ergriffen werden: Nötig sind klar festgelegte Koordinations- und Kommunikationsabläufe und verbindliche Maßnahmen, um alle Menschen sicher durch Hitzewellen zu bringen. So können - wie auch bei anderen Gefahren - frühzeitige Warnungen und Handlungsempfehlungen, zum Beispiel durch die örtlichen Gemeindeverwaltungen oder die örtlichen Gefahrenabwehrbehörden, vor und während Hitzewellen dazu beitragen, dass sich Menschen besser schützen können und somit Leben gerettet werden.